Hellsehen erscheint alten, gekrümmten Frauen mit einer Glaskugel vorbehalten. Fast alles stimmt in diesem Bild. Aber es ist eben nur ein Bild, das in der Realität ganz anders aussehen kann. Hellsehen erfordert Erfahrung, Sensibilität, das "Sich-Einlassen" auf die Unendlichkeit des Seins. aber der Reihe nach:
Hellsichtigkeit, also die Begabung des zweiten Gesichts, die Kraft, Dinge vorauszusehen, erfordert nicht nur ein hohes Maß an Konzentration und Energie, es erfordert vor allem Erfahrung. Die Erfahrung, die im Bild mit dem Alter dargestellt wird. Was eben nicht heißt, dass zum Hellsehen nur alte Menschen fähig sind. Hellsehen ist eine Gabe, die nur wenigen Menschen vorbehalten ist. Menschen, die diese Gabe besitzen müssen lernen, mit Ihr umzugehen und die Bilder zu deuten - dazu braucht es Erfahrung.
Warum sehen wir, wenn wir an Hellsehen denken, fast immer eine alte Frau. Die Frauen gelten in vielen Kulturen als das sensiblere Geschlecht. Sie sind feinfühlig und aufgeschlossen, fähig die Zeichen des Übersinnlichen zu akzeptieren. Die Zeichen des Übersinnlichen anzunehmen und den Mut aufbringen, sie zu verstehen. Darum verbinden viele darstellungen die Gabe der Hellsichtigkeit mit einer Frau.
Warum schließlich in diesen Darstellungen meistens eine Glaskugel als Werkzeug dient? Die Kugel ist als dreidimensionaler Kreis zu verstehen. Der Kreis aber ist das Symbol für etwas nicht enden wollendes. Perfektioniert in einer weiteren Dimension wird der Kreis zu einer Kugel. So wird der perfektionierte Kreis also zur perfekt runden Sache. Die Kugel hat aber auch eine sehr praktische Funktion. Hellsehen ist oft mit einer hohen Konzentration verbunden. Diese zum Hellesehen nötige Konzentration erreicht die Hellseherin oder eben der Hellseher in der Fixierung auf die Kugel als Symbol für die Unendlichkeit.
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